Trekking und Bergsteigen in den Peruanischen Anden
13. Juli bis 02. August 2010
 

Für unsere Reise in die Peruanischen Anden hatten wir interessante Ziele vor Augen. Leider hatten wir einige geänderten Bedingungen sowie einen schweren unverschuldeten Unfall, die uns zu Programmänderungen zwangen. Trotz allem sind wir dem Alpamayogipfel sehr nahe gekommen und konnten den 5530 Meter hohen Ishinca sowie den 5420 Meter hohen Urus besteigen. Zwei Kameraden schaffen es auf den 6032 Meter hohen Tocllaraju.
Es war eine wunderschöne Reise. In Summe überwogen die positiven Eindrücke bei weitem.
 

Ishinca 5530m
Anstieg auf den 5530 Meter hohen Ishinca
 
Luis Caballero Alvarado

Organisation
Wir ließen unser Vorhaben von Luis Caballero Alvarado aus Huaraz organisieren. Luis hat 11 Wintersaisonen in der Küche auf einer Skihütte im Zillertal gearbeitet und spricht gut deutsch. Der freundliche Herr hat mit seinem Team, Tito, Heimer und Alejandro alles nach unseren Vorstellungen gestaltet. Die Verhältnisse am Berg, ein schwerer Unfall am Alpamayo und andere Umstände haben zu Umplanungen gezwungen. Luis hatte zwar zum Teil großen Stress dadurch, hat es aber immer geschafft uns den Weg zu bereiten, egal ob es die Hilfeleistung nach dem Unfall, Bereitstellung von Taxis, Trägern, Eseltreibern oder auch nur Änderungen im Lagerleben betraf.

Er hat selbst gekocht. Das Essen war sehr gut. Luis hat stets auf Sauberkeit geachtet. Alles rohe Obst und Gemüse wurde mit einem natürlichen Mittel desinfiziert. In den Hochlagern haben seine immer fröhlichen  Träger und Gehilfen mit Benzinkochern kleine Speisen für uns gekocht, Tee bereitet und sich um unsere Anliegen gekümmert so weit sie konnten.
Auch über Land, Leute und Geschichte haben hat uns Luis viel erzählt. Er ist auch ein guter Sänger.

Die Preise von Luis lagen wesentlich unter denen der europäischen Anbieter. Nur selber organisieren wäre noch billiger gewesen. Dies wäre von Huaraz aus auch leicht möglich, jedoch muss man dann für die Reise ein paar Tage mehr  kalkulieren.
Home: andenreisenperu.com  Email: lcaballero69@hotmail.com
Tel.0051/43-94389-8716 Austria 0664/6302269
 

Team
Mit den Trägern, Tito, Heimer und Alejandro hatten wir trotz der Sprachbarriere, die manchmal zu lustigen Verwechslungen führte, schnell Freundschaft geschlossen. Sie waren  zuvorkommend und haben sich um alles gekümmert. Heißer Tee stand immer bereit, auch wenn wir schon um 02:00 Uhr zu einer Tour aus den Zelten gekrochen sind.

Tito, Heimer, Alejandro

Haarwäsche

Tito               Heimer               Alejandro Hanna und Tito beim Haare waschen
   
Guide John Jamanca aus Huaraz

Bergführer
Luis hat den klein gewachsenen John Jamanca (sprich: „Young“)  aus Huaraz als zusätzlichen heimischen Bergführer für uns angeheuert. Der ruhige, freundliche und kompetente John ist nicht nur ein guter Guide, er packt auch sonst überall an, wo es notwendig ist und steht mit guten Ratschlägen immer zur Seite.
Email: johnluciano23@hotmail.com

 

   

 

Ablauf unserer Reise

Bildergalerie
Bildergalerie
 

 Nach unserer Ankunft in Lima hatten wir einen Nachmittag lang Gelegenheit uns um zu schauen. In der staubigen, rußigen, stickigen Luft herrscht Hektik pur. Die lästigen Fußgänger werden von den Autos regelrecht gejagt. Ich war froh als wir um 22:00 Uhr mit einem großen, gemütlichen Bus Richtung Huaraz in Bewegung setzten. Nach achtstündiger Fahrt über einen 4200 Meter hohen Pass waren wir endlich in Huaraz. Von daheim bis ins Hotel waren wir fast genau 48 Stunden unterwegs.

Am nächsten Tag starteten wir eine erste Akklimatisationstour

M
it einem komfortablen Taxibus wurden wir auf den Callan Punta Pass, 4225m, in die Cordillera Negra gefahren. Dort haben wir eine Wanderung gemacht. Der Ausblick war in alle Himmelsrichtungen herrlich. Wir hatten auch ein wenig Einblick in das leben der vielen Kleinbauern, der "Campesions".
 

Huaraz von der Cordillera Negra

Blick aus der Cordillera Negra (Schwarze Kordillere) auf Huaraz und die Cordillera Blanca (Weiße Kordillere).

 

Den Lago Churup,
4450 Meter hoch gelegen, haben wir als nächstes besucht.
Von Pitec, 3850m, sind wir aufgestiegen.
Nach dem Abstieg haben wir in Pitec die Bekanntschaft von Esther Morales gemacht, einer sympathischen alten Frau. Als wir ihr erzählten, dass wir aus Austria kommen hat sie uns gesagt, dass sie Mittersill von der Erzählungen einer Freundin kennt. Wir haben mit ihr und ihrem Mann Kaffe getrunken und geplaudert. Sie hat uns ihre Kultur ein bisschen näher gebracht und die Wirkung der bei uns verbotenen Kokablätter erklärt. Kokatee ist in Peru ein alltägliches Volksgetränk. Fast jeder dort kaut auch Kokablätter.

Lago und Nevado Churup
Lago und Nevado (Schneeberg) Churup


 
 
Trekking Santa Cruz-Tal
In abenteuerlicher Taxifahrt über die desolaten Straßen mit dem Fahrer mit Spitznamen „Schumacher“
fuhren wir am nächsten Tag nach Cashapampa . Er machte seinem Spitznamen alle Ehre.
Wir zogen wir ins Santa Cruz-Tal, wo wir bei Llmacorral in 3800 Metern Höhe das erste Lager aufschlugen. Unser schweres Gepäck wurde von Eseln getragen.
Cashapampa

Nach unserer ersten Zeltnacht ging es tiefer ins Santa Cruz Tal. Dort bekamen wir am 18. Juli die ersten weißen Riesen aus der Nähe zu sehen. Am Nachmittag erreichten wir das Basislager des Alpamayo und Quiteraju in 4300 Metern Höhe. Es ist einer der schönsten Plätze, die ich je gesehen habe.
Rast im Santa Cruz Tal

Nevado Abasraju

   
Am 19. erfolgte der Anstieg zum Moränenlager auf 4950 Meter.
Alpamayo Camp1

Pucarashta 5450m

Im Alpamayo Moränenlager Blick aus dem Zelt auf den Pucarashta
   

Aufstieg zum Col am Alpamayo
Aufstieg zum col des Alpamayo
                        rechts: Der Alpamayo mit dem Highcamp
 

Alpamayo und Highcamp
Der Anstieg am nächsten Morgen auf das Col zwischen Alpamayo und Quitarju, fast 5600 Meter hoch, verlief anfangs mäßig steil durch Spalten und Seraczonen. Im oberen Teil wurde es  bis 60° steil. Solider Umgang mit Steigeisen und Eisgeräten war gefragt. Das Col fordert zum Verweilen auf und ist ein Fotostandort ersten Ranges. Dahinter liegt etwa hundert Höhenmeter tiefer das Highcamp. Dort hat die Hälfte von uns übernachtet und wollte am nächsten Tag den Alpamayo über die Franzosenroute erklettern.

Guide John, Andi, Martin und Hannes starteten am 21. Juli gegen 02:00 Uhr. Etwa auf halber Höhe kam es zum verhängnisvollen Unfall. Ein argentinischer Solobergsteiger stürzte in der Wand ab. Drei unserer Kameraden wurden dabei verletzt, einer schwer.
Nachdem die Bergung unseres Kameraden und der Abbau der Lager abgeschlossen waren, ist das angeschlagene restliche Team abgestiegen und nach Huaraz ins Hotel zurückgekehrt. Dort waren noch administrative Tätigkeiten – Bestätigungen, Berichte, Niederschriften, Treffen mit dem Bergführerverband und der Bergrettung – zu erledigen. 

 

Trekking Ishincatal
Da wir von unserem Kameraden im Krankenhaus in Lima erfahren haben, dass er mit keinen bleibenden Schäden zu rechnen hatte, haben wir beschlossen noch einen Besuch im Ishincatal zu machen.
Von Pashpa in der Nähe von Huaraz sind wir am 26. Juli ins Ishinca Basislager, 4400 Meter,  aufgestiegen. Von dort aus gibt es mehrere Möglichkeiten. Dieses Lager wird von den Bergsteigern gerne zum Akklimatisieren verwendet.
Ishincatal, Tocllaraju 6032m
Ishincatal mit Tocllaraju 6032m
   
Ishinca 5530m

Urus 5420m

                              Nevado Ishinca 5530m                                                         Urus 5420m

Wir bestiegen am 27. Juli gemeinsam den 5530 Meter hohen Ishinca. Den folgenden Ruhetag nutzen wir zur Wanderung auf die Ufermoräne des Lago Milluacocha.
Danach teilten wir uns. Eine Gruppe bestieg den 5490 Meter hohen Urus. Die zweite Gruppe stieg zum Moränenlager, 5100 Meter, des Tocllaraju auf. Zwei erreichten Tags darauf gegen 08:00 Uhr den Gipfel in 6032 Meter Höhe.

Tocllaraju 6032m
Tocllaraju 6032m vom Moränenlager

   

Nach dem Abstieg ließen wir den Tag bei einem gemeinsamen Bier beim „Lagerkiosk“ ausklingen.

Es folgten Abstieg und Rückfahrt nach Huaraz. Vor der Heimreise blieb uns noch ein Tag Aufenthalt in der Stadt.

Da bei der Reservierung der Buskarten etwas schief gelaufen ist, mussten wir noch eine achtstündige Taxinachtfahrt mit „Schumacher“ nach Lima durchmachen. Ich habe Angst vor dem Fliegen. Nach dieser Fahrt habe ich mich aber darauf gefreut.

Kiosk im Ishinca Basislager
   

   

 

Wer war mit?

Burro!

Burro war ein fleißiger Träger!
 

 
  Burro!    
Hanspeter Andi Martin Hannes
Hanspeter Andi Martin Hannes
Heini Peter Hanna

Franz

Heini Peter Hanna Franz

 

Bergrettung in Peru
Bei Notfällen in den peruanischen Anden sollte man nicht damit rechnen, dass ein Hubschrauber kommen wird. Einerseits erlauben die großen Höhen kaum einen Anflug, andererseits wird in Peru eher kein Hubschrauber starten bevor die Bezahlung des Fluges nicht gesichert ist. Ein Satellitentelefon ist vorteilhaft um eine schnelle Alarmierung durchführen zu können. Am besten gelingt die Organisation über das Ausland und über eine ausländische Vertretung in Peru.

Danke allen Helfern
Für die Bergung vom Alpamayo haben sich ein Arzt, Bergführer und Bergsteiger aus aller Welt, die sich in der Nähe befunden haben, unter Zurückstellung der eigenen Interessen freiwillig und unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Info, Kontaktadresse:

www.southamerican-rescue.com und die neue Seite: http://www.saraperu.com (im Aufbau)


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